Kiel – Das Literaturhaus Schleswig-Holstein blickt voraus

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buecher(CIS-intern – Von Horst Schinzel) – Für das Frühjahr stehen die meisten Namen schon fest, wurden aber noch nicht feste Termine definiert. Jan Christophersen mit seinem zweiten Roman „Echo“, Anja Röhl mit ihrem „Die Frau meines Vaters. Erinnerungen an Ulrike“, Ulrike Draesner mit neuem Roman „Sieben Sprünge“ (der den mit Bonné und Göring gesponnenen Faden aufnimmt), die australische Autorin Gail Jones „Ein Samstag in Sydney“ sind vorgesehen, wobei die Erfahrung einzudenken ist, dass ab Ostern genaues Auswählen nötig sein wird, um dem Publikumsknick entgegenzuwirken und der Fußballbegeisterung auszuweichen.

Für das Junge Literaturhaus stehen der erste Termin der Leselounge und der für die traditionelle öffentliche Präsentation neuer Texte aus der Schülerwerkstatt „Texte unter der Lupe“ in der Hansa48 fest. Sehr gespannt sind wir darauf, wie sich die neue Sendung „Literatur on Air“ beim Offenen Kanal Kiel entwickeln wird. Alles bei Sara Dušanić in besten Händen

Foto: Jens Märker / pixelio.de

Wie alljährlich fällt auch 2014 das Wochenende der Prosawerkstatt im Nordkolleg in das Frühjahr, zu dem wir mit Rainer Götz vom Droschl Literaturverlag einen der profiliertesten österreichischen Verlagslektoren gewinnen konnten.

Zwei Schwerpunkte sind bereits jetzt für das abendliche Herbstprogramm zu benennen. Ab September werden einige Veranstaltungen dem Thema „100 Jahre 1. Weltkrieg“ gewidmet sein und nach der Frankfurter Buchmesse steht der 25-jährige Geburtstag des Vereins Literaturhaus Schleswig-Holstein an, dessen Arbeit ja nicht auf die Veranstaltungen in diesem Haus in Kiel beschränkt ist. Dafür planen wir ein Sonderprogramm, das sowohl die Ursprünge des Literaturvereins im Zusammenhang des aufblühenden Literaturbetriebs der Bundesrepublik als auch literarische Höhepunkte aus der 25-jährigen Arbeit in Erinnerung rufen wird.

Europäisches Festival des Debütromans
Seit langem steht der Termin für das Europäische Festival des Debütromans fest, das seine zwölfte Auflage vom 15.-18. Mai haben wird und im Moment noch viel Planungsarbeit erfordert. Einige Länder haben die Teilnahme fest zugesagt (Norwegen, Dänemark, Finnland aus dem Ostseeraum, Österreich und die Schweiz vermutlich mit deutschsprachigen Teilnehmern, Frankreich und wir als Veranstalter), andere stehen noch aus, haben aber auch noch etwas Zeit. Genaue Informationen dazu geben wir, wenn das gesamte Teilnehmerfeld feststeht, voraussichtlich Ende Februar. Hier ist zunächst die neue Projektmitarbeiterin vorzustellen, nachdem Lisa Heyse zur Büchereizentrale in Rendsburg gewechselt ist. Patricia Schöning wird die Arbeit fortführen, in diesem Jahr unterstützt von Marie Sudau als Praktikantin für das Projekt.

Und der Literatursommer: Mit der neuen Ausrichtung des SHMF ist kein überdachender Länderschwerpunkt für den Sommer mehr gegeben. Nach längerem Überlegen haben Vorstand und Mitarbeiter des Literaturhauses sich nun dafür ausgesprochen, den Länderschwerpunkt zumindest für 2014 beizubehalten und dafür in Abstimmung mit den Kooperationspartnern die Literatur Islands ausgewählt. Natürlich sehen wir ein gewisses Risiko dafür, wie wir uns damit behaupten beim Publikum, in der Presse und schließlich auch bei finanziellen Förderern und Sponsoren.

Island verspricht auf jeden Fall eine reichhaltige Literatur und ein abwechslungsreiches spannendes Programm und wir denken, dass das Publikum sehr aufgeschlossen dafür sein wird. Schwieriger wird es mit der externen finanziellen Förderung für die Reihe werden, die von Sponsoren nun nicht mehr als eine Art Ableger des SHMF wahrgenommen und unterstützt werden kann. Der Literatursommer war zwar nie ein Ableger, sondern immer inhaltlich wie finanziell eine eigenständige Pflanze, stand aber eben doch in einem gemeinsamen Garten. In dieser Hinsicht wird das neue Jahr recht spannend und eine Herausforderung für Sara Dušanić, die ihren zweiten Literatursommer organisieren wird.

3. Finanzen
Für die Institution Literaturhaus bleibt es dankenswerter Weise 2014 bei dem neuen Förderbetrag des Landes von 135.000 Euro und dem der Landeshauptstadt Kiel von 7.800 Euro. Darauf kann man gut aufbauen, auch wenn einiges daran, wie die Mittel eingesetzt werden, noch gegenüber dem Vorjahr verändert werden wird. Und was letztlich im Projektetat neben den dafür verfügbaren Mitteln des Landes zustande kommt, wird man sehen.

Rückblick auf das Jahr 2013
Allgemeines Jahresprogramm: Abendveranstaltungen im Literaturhaus in Kiel
Sehr erfreulich waren die Bemühungen des Literaturhauses im allgemeinen Jahresprogramm 2013 die „Lyrik ins Gespräch“ zu bringen0. Angefangen mit einer großen Präsentation aktueller Arbeiten von sieben Autoren, darunter die Kieler Arne Rautenberg, Christopher Ecker und der Lübecker Hendrik Rost, zum „Welttag der Poesie“ im März über die Vorstellung neuer Werke von Doris Runge, Bodo Heimann und Ingrid Glienke und die Auftritte der französischen Slampoeten Poison d’Avril und Alice Ligier bei ihrem Besuch in Kiel bis hin zu einem eindrucksvollen Lyrikabend zur polnischen Literaturnobelpreisträgerin Wisława Szymborska hatte die Lyrik große und durchweg sehr gut besuchte Abende im Literaturhaus, die schließlich im Dezember mit den drei Veranstaltungen zur Liliencron-Dozentur des Kielers Arne Rautenberg einen weiteren Höhepunkt fanden.

Nicht nur das Gesicht der Lyrikveranstaltungen war stark von Schleswig-Holstein her geprägt, auch unter den deutschsprachigen Erzählern waren mit Uwe Herms, Jochen Missfeldt, der vor vollem Haus seine vielbeachtete Storm-Biographie vorstellte, Jan Christophersen und Heiner Egge dem Norden eng verbundene Autoren zu Gast. Ansonsten zeigte das Programm des Literaturhauses im Bereich der Prosa für 2013 das gewohnt ausgeglichene Bild zwischen deutsch- und fremdsprachigen Erzählern.

Für die deutschsprachige Literatur standen Tilman Rammstedt zur Jahreseröffnung, Eckart Henscheid, Alain Claude Sulzer und Anne Weber im ersten Halbjahr, Daniel Kehlmann mit einer der ersten Lesungen aus seinem neuen Roman, Eva Menasse, Judith Kuckart, Hans Pleschinski und Jochen Schmidt in der zweiten Hälfte. Übersetzungen aus anderen Sprachen lernte das Publikum bei Veranstaltungen mit Sami Özkara, der in der Türkischen Gemeinde auftrat, Michail Schischkin, Justin Cronin in der Kunsthalle, Aris Fioretos, Magnus Florin, Arnon Grünberg, Paolo Cognetti, Rosa Liksom, Wu Ming, Edo Popović und Mathias Enard kennen, wobei in vielen Fällen eine enge Kooperation mit der Herkunftssprache entsprechenden universitären Seminaren gelang.

Ergänzt wurde dieses Kernprogramm der Autorenpräsentationen im vergangenen Jahr durch einen unterhaltsamen Vortrag von Matthias Kneib zu Polen, zwei sachorientierte Veranstaltungen mit Tobias Timm zu Kunstfälschungen und Roland Reuß zu Kultur und Unkultur des Internet sowie zwei überaus interessante und sehr gut besuchte Werkstattpräsentationen zur Übersetzungsarbeit aus dem Tschechischen bzw. dem Spanischen.

Neben der übersetzerischen Präsentation von Werkstattergebnissen hatten 2013 auch die Werkstattarbeit für unbekanntere Autorinnen und Autoren aus Schleswig-Holstein in Kooperation mit dem Nordkolleg Rendsburg, diesmal unter Leitung von Rainer Weiss, und das monatliche Beratungsangebot für Autoren und Über­setzer ihren festen Platz im Programm.

Sonderprojekte
Im Jahr nach dem 10-jährigen Jubiläum ging das Europäische Festival des Debütromans Ende Mai zwangsläufig ruhiger aber inhaltlich sehr konzentriert und überaus erfolgreich vonstatten und erwies sich wieder als ein Herzstück der Arbeit des Literaturhauses, das mittlerweile immer stärker durch Veranstaltungen mit ehemaligen Teilnehmern (2013: Satu Taskinen, Anna Weidenholzer, Jonas Bengtsson, Radka Denemarková) auch auf das allgemeine Programm ausstrahlt. Das 11. Jahr brachte wieder an vier Tagen Autoren und Lektoren aus elf Ländern in das Literaturhaus und in universitäre Seminare (vgl. dazu die Pressemitteilung vom 05.06.2013) und es fand zwischenzeitlich zusätzliche Resonanz in den Niederlanden als ein Sonderteil in der Literaturzeitschrift „Tirade“.

Der Literatursommer Estland | Lettland | Litauen war nach einiger Unsicherheit im Vorfeld von der literarischen Breite und der Annahme durch das Publikum ein ganz besonderes Ereignis. Die Literaturen dreier Länder mit relativ geringer Zahl an Übersetzungen ins Deutsche aufzubereiten war eine große Herausforderung. Mit drei estnischen und zwei litauischen Autoren sowie einer Autorin und einem Literaturübersetzer für Lettland entstand in 32 Veranstaltungen des Sommers ein lebendiges und differenziertes Bild der aktuellen literarischen wie gesellschaftlichen Situation der Länder.

Die Gesamtbesucherzahl hielt sich im Vergleich zu anderen Literatursommern mit 1.400 Besuchern im mittleren Niveau, gleichwohl war die Publikumsresonanz in diesem Jahr der herausragende Effekt. Den Schriftstellern aus den baltischen Ländern wurde sehr großes inhaltliches Interesse und konzentriertes Zuhören zuteil, Die Gespräche am Ende der Veranstaltungen waren intensiv. In den Orten, in denen es möglich war, einen Eindruck von allen drei Ländern zu bekommen (Eutin, Kiel und Lübeck), zeigte sich, dass viele Besucher diese Gelegenheit nutzten. Ermöglicht wurde der Sommer nochmals durch großzügige finanzielle Unterstützung seitens der Robert Bosch Stiftung und des Landes Schleswig-Holstein.

Die Schriftenreihe Littera borealis, die das Literaturhaus gemeinsam mit dem Nordkolleg und der Sparkassenstiftung produziert, wurde 2013 mit zwei Heften fortgesetzt, einem zu Uwe Herms, das er selbst im Februar im Literaturhaus präsentierte, und einem zweiten zu dem Kieler Dichter Arne Rautenberg, das im Dezember im Rahmen von dessen Liliencron-Dozentur vorgestellt wurde.

Junges Literaturhaus
Das Junge Literaturhaus hat sich nach dem starken Einschnitt der Projektangebote im Vorjahr auf einem neuen Level eingerichtet. Dank des Engagements der ehrenamtlichen Vorlesepatinnen des Freundeskreises Literaturhaus SH konnten die Vorlesevormittage für Kindergärten und -tagesstätten in unveränderter Frequenz mit 15 Veranstaltungen (2012: 12) fortgesetzt werden. Auf unverändert hohem Niveau und mit sehr guter Resonanz fand auch die Reihe der Leselounges statt, an deren Organisation, koordiniert durch die Volontärin des Hauses, mehrere Studierende mitwirken und die an 5 Abenden (2012: 5) 10 jüngere Autoren präsentierte, darunter einige mit dem literarischen Debüt vielbeachtete wie Monika Zeiner, Katharina Hartwell oder Thomas Martini.

Ungebrochen blieb auch der Erfolg des seit 2010 laufenden Slam Poetry Kooperationsprojekts mit dem Centre Culturel Franco-Allemand de Nantes und dem Centre Culturel de Kiel. Trotz der mittlerweile ausgelaufenen Förderung durch „DUO“, ein Projekt der Robert-Bosch-Stiftung, konnten 2013 drei öffentliche Veranstaltungen französischer Slampoeten in Kiel, Neumünster und auf Sylt sowie vier Workshops für französisch lernende Schüler in schleswig-holsteinischen Schulen anboten werden.
Im Bereich der literarischen Werkstattarbeit mit Schülern gab es neben der langjährig eingeführten Reihe „Texte unter der Lupe“ (9 Veranstaltungen im Literaturhaus und eine öffentliche Präsentation in der Hansa48 in Kiel) auch eine Neuerung, die sich aus der Kooperation mit dem Offenen Kanal Kiel ergab. Seit Herbst strahlt der OK die Sendung „Literatur on Air“ aus, die im anderen Medium das frühere „Lesetipp-Projekt“ des Jungen Literaturhauses fortsetzt und in der Logistik für ihre Buchbesprechungen durch das Volontariat unterstützt wird.

Erfreulich war 2013 schließlich die „U 20 Slam Meisterschaft“ in Kiel, zu deren logistischen Unterstützern das Literaturhaus neben vielen anderen zählte. In diesem Ereignis drückte sich mittelbar der positive Effekt der finanziellen Unterstützungen aus, die das Literaturhaus jungen Slampoeten für Reisen zu größeren Auftritten in den Vorjahren geleistet hatte.

Gremienarbeit
Eine unverändert wichtige und arbeitsintensive Serviceleistung für die Literatur im Land leistet das Literaturhaus durch seine Mitarbeit in verschiedensten Gremien. In Person des Geschäftsführers ist es vertreten
in der Arbeitsgemeinschaft der Literatur­räte in der Bundesrepublik Deutschland, für die das Literaturhaus auch die Sprecherfunktion hat
in der Deutschen Literaturkonferenz, die als Sektion Literatur im Deutschen Kulturrat fungiert
im Beirat des Bibliothekenverbandes Schleswig-Holstein
im Beirat des Landeskulturverbandes Schleswig-Holstein

Zahlen zu den Projekten
Besucher

Insgesamt war das Literaturhaus für Erwachsene 2013 in allen unterschiedlichen Projektbereichen an 105 Angeboten beteiligt (2012: 110). 21 Lesungen und Werkstattveranstaltungen wurden in völliger Eigenregie durchgeführt (2012: 24). Hinzu kamen 34 Lesungen und Fortbildungen mit Kooperationspartnern im und außer Haus (2012: 33). Ferner wurden 30 Veran­staltungen im gesamten Land durch logistische oder finanzielle Unterstützung ermöglicht (2012: 26), die meisten davon während des Literatursommers. Schließlich bot das Kieler Haus für 20 Gastveranstaltungen ein Obdach (2012: 26). Damit ergibt sich von der Zahl und der Verteilung der Veranstaltungen ein recht ähnliches Bild wie im Vorjahr. Erfreulich ist auch, dass die Zahl der Gastveranstaltungen fast gehalten werden konnte, das Haus in Kiel nach den Jahren der Umbauten attraktiv bleibt.

Mit allen Veranstaltungstypen im Erwachsenenbereich erreichte das Literaturhaus 2013 in Schleswig-Holstein 5560 Hörer (2012: 6490) und einen Gesamtbesucherschnitt von 53 (2012: 59). Die um knapp 1.000 zurückgegangene Gesamtzahl gegenüber 2012 ist wie immer mit Vorsicht zu interpretieren. Einzelne besucherschwächerer Veranstaltungen außerhalb des Literaturhauses speziell auch im Literatursommer wirken sich hier sehr schnell aus.

Wichtig ist hervorzuheben, dass die Veranstaltungen, die im Kieler Haus selbst angeboten wurden, konstant bleiben 45 (2012: 49), was angesichts der sehr unterschiedlichen Formate, der teilweise beschränkten Teilnehmerzahlen und der Größe des Hauses (Fassungsvermögen 100) ein zufriedenstellendes Ergebnis darstellt, und die Durchschnittsbesucherzahl in Kiel mit den Veranstaltungen außerhalb des Hauses, die 2012 sprunghaft um 30 gestiegen war, sich nur leicht reduzierte auf 71 (2012: 81). Bei dieser Entwicklung muss allerdings immer bedacht sein, dass der logistische und personelle Mehraufwand von Veranstaltungen außerhalb des Hauses keine beliebige Ausweitung zulässt.

Für das Junge Literaturhaus sind in noch stärkerem Maße die Durchschnittszahlen der Besucher zu unterscheiden nach der Art der Angebote, die nach dem starken Einschnitt in diesem Programmbereich im Vorjahr noch verblieben. Insgesamt hat das Junge Literaturhaus bei 46 Veran­staltungen (2012: 52) gut 1.000 (2012: 1.500) junge Besucher erreicht. Dabei weisen die 37 Veranstaltungen mit Werkstattcharakter (2012: 39), die Teilnehmerbeschränkungen zwischen 10 und 20 Jugendlichen aufweisen, einen Durchschnitt von 12 Besuchern (2012: 15) aus, während die 9 öffentlichen Lesungen (2012: 13) im Schnitt knapp 70 Besucher (2012: 100) lockten. Unberücksichtigt in dieser zahlenmäßigen Aufstellung ist die neue Kooperation mit dem Offenen Kanal für „Literatur on air“ wie auch die Unterstützung der „U 20 Slam Meisterschaft“.

Finanzen
Aus finanzieller Sicht hat in den verschiedenen Projektbereichen das Mischmodell von öffentlichen Fördermitteln, Drittmitteln (gesponserte Serviceveran­staltungen, Einzelsponsoren und -förderer, Anteilsleistungen von Kooperationspartnern) sowie Eigenmitteln aus Eintritten weiter funktioniert. Der letztlich ausgeglichene Projekthaushalt liegt im Gesamtergebnis niedriger als der des Vorjahres, in dem für die 10. Auflage des Europäischen Festivals des Debütromans ein einmaliger Förderbetrag der Kulturstiftung des Landes zur Verfügung stand. In Zahlen lag der Etat für alle Projekte bei 102.000 Euro (2012:115.000), lag der Anteil der Landesmittel bei 43.000 (2012: 41.500). Als Dritt- und Eigenmittel erwirtschaftet wurden mithin 59.000 (2012: 66.000).

Für den Projekthaushalt schufen neben dem festen Landesbudget die vertragliche Absicherung der Partnerschaft mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein, das Engagement ausländischer Literaturinstitu­tionen beim 11. Europäischen Festival des Debütromans sowie der Robert Bosch Stiftung beim Literatursommer den Grund. Eigeneinnahmen, viele kleinere Beiträge zu Einzelveranstaltungen und die kontinuierliche finanzielle Unterstützung durch den Freundeskreis des Literaturhauses füllten das auf. Herauszuheben ist auch für 2013 wieder das persönliche Engagement von Mitgliedern des Freundeskreises des Literaturhauses im Veranstaltungsservice, das in einer geldwerten Rechnung mit ca. 3.300 Euro zu veranschlagen ist.

Rahmenbedingungen
Für die Institution Literaturhaus brachte 2013 eine Erhöhung der institutionellen Förderung des Landes um 10.000 Euro eine spürbare Erleichterung für die Arbeit. Der neue Landeszuschuss von 135.000 Euro und der Zuschuss der Landeshauptstadt Kiel von 7.800 Euro (seit 1993 unverändert) bei einem institutionellen Gesamtetat von ca. 163.00 Euro (2012: 156.000) half absehbare Liquiditätsengpässe aufgrund von Nebenkosten­erhöhungen und höherer Kosten in allen infrastrukturellen Bereichen vermeiden und bot ein wenig Spielraum für personelle Entlastung in der täglichen Arbeit. Für eine neuerliche Arbeitszeitaufstockung speziell im Jungen Literaturhaus fehlten allerdings weiterhin die Mittel. Bei der Summe der Landesmittel für das Literaturhaus ist nach wie vor zu berücksichtigen, dass 15.000 Euro direkt als Mietausgabe an das Land zurückfließen.

Mit Blick auf das Personal bleibt festzuhalten, dass der turnusmäßig zweijährliche Wechsel im Volontariat von Johannes Tomczak zu Sara Dušanić reibungslos und sehr erfolgreich erfolgte. Zu nennen ist auch das extrem hohe Engagement der Projektmitarbeiterin beim „Europäischen Festival des Debütromans Lisa Heyse, der 6 studentischen Praktikantinnen sowie der ehrenamtliche Einsatz des Freundeskreises des Literaturhauses und des Vereinsvorstands. Nur dieses umfangreiche personelle Netz ermöglicht letztlich den Betrieb des Hauses und die Fülle der Projektangebote.

PM: Horst Schinzel