POL-KI: 190621.2 Kiel: Steine anstatt eines Smartphones geliefert. Betrüger auf frischer Tat festgenommen.

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Kiel (ots) – Bereits am Donnerstagabend, 13.06.2019, nahmen Beamte
des 4. Polizeireviers einen Jugendlichen fest, der im Verdacht steht,
über ein Online-Kleinanzeigenportal Steine als Smartphones verkauft
zu haben. Dem Geschädigten war im Verlauf der Verkaufsverhandlungen
der Verdacht aufgekommen, dass es sich bei dem Verkäufer um einen
Betrüger handeln könnte und hatte die Polizei für die Übergabe
hinzugezogen.

Am frühen Donnerstagabend erschien ein 50-jähriger Geschädigter
auf der Wache des 4. Polizeireviers und schilderte den Beamten seinen
Verdacht. Er sei seit ca. einem Monat auf der Suche nach einem
Smartphone und habe deshalb eine Suchanzeige auf einem
Kleinanzeigenportal geschaltet. Daraufhin sei eine Person mit ihm in
Kontakt getreten, die ihm das von ihm gesuchte Handy zum Kauf
angeboten hätte. Auch die Kopie seines angeblichen Personalausweises
habe der Verkäufer übermittelt.

Der 50-Jährige habe das Angebot für einen Preis von 800,- EUR
angenommen. Das Smartphone sollte mit einem Paketdienst geliefert
werden und per Nachnahme bezahlt werden. Das Paket sei aber zum
verabredeten Zeitpunkt nicht angekommen.

Der Geschädigte habe daraufhin erneut den Verkäufer kontaktiert
und seinen Unmut zum Ausdruck gebracht. Dieser habe ihm jedoch
erklärt, dass er ein besseres Kaufangebot gehabt hätte. Er hätte
allerdings noch vier weitere Smartphones und ein Laptop, die er ihm
für 3000,- EUR anbieten könne. Auch hier sollte die Lieferung mittels
eines Paketdienstes erfolgen und per Nachnahme bezahlt werden.

In diesem Moment sei bei dem Geschädigten der Verdacht
aufgekommen, dass es sich bei dem Verkäufer um einen Betrüger handeln
müsste. Zum Schein sei er auf das Geschäft eingegangen. Als
Liefertermin wurde der 13.06.2019 vereinbart.

Zwischenzeitlich hätte der Geschädigte nach seinen Angaben im
Internet recherchiert und mit einem weiteren Betrugsopfer Kontakt
aufgenommen, welches ihm eine ähnliche Geschichte erzählt habe.

Gemeinsam mit dem 50-Jährigen begaben sich daraufhin zwei Beamte
des 4. Polizeireviers zu dessen Wohnanschrift im Ostring, um den
Paketdienstmitarbeiter in Empfang zu nehmen.

Gegen 20:30 Uhr klingelte es tatsächlich an dessen Wohnungstür.
Davor stand ein etwas verdutzter junger Mann in der Uniform des
Paketdienstes. Gemeinsam öffnete man das gelieferte Paket. Zum
Vorschein kamen keine Elektroartikel im Wert von 3000,- EUR, sondern
lediglich ein paar Steine.

Der 17-jährige Lieferant wurde vorläufig festgenommen. Er erklärte
gegenüber den Beamten, dass er kein Angestellter des Paketdienstes
sei. Weitere Angaben machte er nicht.

Wie die Ermittlungen ergaben, hatte der 17-Jährige sich im Vorfeld
eine Uniform des Paketdienstes besorgt und war aus Bremen für die
Übergabe angereist. Den Heimweg musste er ohne die Uniform antreten.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Tatverdächtige mindestens
einen Mittäter hat und bereits mehrfach mit dieser Masche in
Norddeutschland in Erscheinung getreten ist.

Bei der übermittelten Kopie des Personalausweises stellte sich
heraus, dass der Besitzer Opfer eines Datenmissbrauchs geworden war.

Die Polizei rät bei solchen vermeintlichen Schnäppchen im Internet
zur Vorsicht. Wie man bei diesem Fall sieht, kommuniziert man am
Schluss nicht mit einem hochwertigen und günstigen Handy, sondern
wird buchstäblich wieder in die Steinzeit zurückversetzt.

Matthias Felsch

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