Kiel feiert eine neue Kinderoper

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Kiel feiert eine neue Kinderoper
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DSC08059(CIS-intern) – Das Gewusel von Kindern im Foyer des Kieler Schauspielhauses an diesem Spätnachmittag des „Weißen Sonntag“ (12. April) erinnert an das Weihnachtsmärchen. Aber das wird traditionell im Opernhaus gegeben. An diesem Frühlingssonntag steht die Wiederaufnahme der 2013 im „Theater im Werftpark“ uraufgeführten und jetzt neu eingerichteten Kinderoper „Pi und Paula – Frisch versalzen“ von Bernd Wilden an. Dies in einem Projekt mit dem Kinder- und Jugendchor der Kieler Oper in der Inszenierung von Nele Tippelmann und in der Choreografie von Viola Crocetti-Gottschall. Michael Nündel leitet ein Projektorchester aus Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters der Landeshauptstadt.

Fotos Olaf Struck

Der Komponist Bernd Wilden ist mit Pop- und Jazz-Kompositionen, Bühnen- und Filmmusiken, Oratorien und Kinderopern bekannt geworden. In dem in Kiel gezeigten Stück hat er mit seiner Librettistin Imke Wilden das Motiv der internationalen Märchenliteratur vom König, der derjenigen Tochter sein Reich übergeben will, die ihn am liebsten hat, verarbeitet. Hier nach einem tschechischen Märchen.

Als die jüngste Tochter Paula (Mae Dettenborn) den Vater mit Salz vergleicht, wird sie vom Hof verjagt. Im Wald trifft sie auf den Bauernsohn Pit (Johanna Kalcke), ein freches Fretchen (Ronja Donath) und eine geheimnisvolle Alte (Lara Pansegrau). Paula erfährt von alternativer Landwirtschaft und selbstbestimmten Leben.

Am Hof erstarrt alles in Gold. Mangels Salz gibt es nur noch Süßspeisen, an denen sich die Hofgesellschaft schnell überisst. Pit und Paula bekommen von der Alten Salz und überzeugen den König, dass dieses Gewürz am wichtigsten zum Überleben ist.

Das alles wird mit viel Schwung in der sehr modernen Musik mit Anklängen an Pop, Jazz, Klassik umgesetzt. Die jungen Frauen des kopfstarken Ensembles spielen, tanzen und singen mit professionellem Können – Talente, von denen wir uns schon im Vorjahr bei der Produktion des Musicals „Shock Orange“ überzeugen konnten. Eine Spielfreude, die jeder professionellen Truppe Ehre machen würde. Das Premierenpublikum ist begeistert und feiert alle Mitwirkenden stürmisch. Für Mae Dettenborn wird sogar ein Blumenstrauß auf die Bühne geworfen.

Weitere Aufführungen
14. April, 11 Uhr, 23., 26. und 28. April, 18 Uhr