Kiel – Abtauchen zu Forschungszwecken: Studierende entwickeln Messboje

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(CIS-intern) – „Im Gegensatz zum Land ist bisher nur ein geringer Anteil des Meeres erforscht worden – dieser Bereich bietet daher auch Ingenieuren noch viele Möglichkeiten für Innovationen“, sind sich die angehenden Wirtschaftsingenieurinnen Bente Morgenthaler und Sarah Jenderny sicher. Gemeinsam mit 15 weiteren Studierenden an der Berufsakademie der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein in Kiel haben sie neun Wochen lang eine autonome Messboje entwickelt. Diese entstand im Rahmen eines fächerübergreifenden Moduls, welches im sechsten und letzten Semester für sie an der Akademie auf dem Unterrichtsplan stand.

Bei der Umsetzung konnte die Gruppe auf erprobtes Know-how zurückgreifen: Der Schwimmkörper wurde bereits in vorherigen Semestern von angehenden Wirtschaftsingenieuren entworfen und angefertigt. Aufgabe der aktuellen Studierenden war es jetzt, das Innenleben komplett zu überarbeiten und die Messboje mit neuen Funktionen auszustatten. Dazu wurde zunächst der Korpus gegen den Wasserdruck beständig gemacht und mehrere Akkus zur Energieversorgung sowie ein Mikrokontroller zur zentralen Steuerung integriert.

Foto: Tauchte wie geplant wieder auf – die Messboje der Berufsakademie – Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein GmbH

Eine neu eingebaute Pumpe sorgt dafür, dass sie abtauchen und selbständig wieder zurück an die Wasseroberfläche gelangen kann. Zur Datenerfassung wurde neben Druck- und Temperatursensoren auch eine kleine Kamera integriert, die in festgelegten Abständen durch eine Klarsichtscheibe hindurch fotografiert. Aus dem Miniatur-U-Boot, das durch die Wellen der Ostsee tauchen konnte, wurde so eine eigenständige Messboje. Ausgestattet mit verschiedenen Sensoren kann sie in bis zu 14 Meter Tiefe Daten sammeln.

Den ersten Praxistest hat die Messboje bereits erfolgreich bestanden: Die angehende Wirtschaftsingenieure schickten sie in der Kieler Förde auf Tauchgang. Als sie nach 20 Minuten wieder an der Wasseroberfläche auftauchte, brachte sie zahlreiche Fotos und Daten mit an Land, welche die Studierenden jetzt gemeinsam auswerten. Dank der neu integrierten Technik kann die Tauchboje zukünftig bis zu 4,5 Stunden lang unter Wasser Messungen durchführen. „Einsatzmöglichkeiten gibt es für Forscher verschiedener Fachrichtungen, die mithilfe der Boje beispielsweise Daten zur Veränderung der Wassertemperatur sammeln können“, berichten die studentischen Projektleiter Marcel Plath und Martin Blumenthal.

Die Arbeit an der Messboje ermöglichte den Studierenden eine praxisnahe Anwendung ihres Wissen aus sechs Semestern: Von der Elektrotechnik über Werkstoffkunde bis hin zum Projektmanagement konnten die angehenden Wirtschaftsingenieure ihr Know-how einbringen. „In diesem abschließenden Projekt können die Studierenden zudem fächerübergreifend planen und vor allem das Erlernte praxisbezogen umsetzen – diese Fähigkeiten sind im Job unerlässlich“, so Prof. Dr. Jürgen Rudolph, Fachbereichsleiter an der Berufsakademie der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein.

Weitere Informationen zum Projekt sowie zum dualen Studium des Wirtschaftsingenieurwesen an der Berufsakademie sind bei Prof. Dr. Jürgen Rudolph unter Tel. (04 31) 30 16 – 173, per E-Mail unter juergen.rudolph@wak-sh.de oder im Internet unter www.berufsakademie.sh zu erhalten.

Sven Donat • Geschäftsbereich Unternehmenskommunikation Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein GmbH

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