Die Kieler Oper zeigt ein entstaubtes „Kätchen“

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Die Kieler Oper zeigt ein entstaubtes „Kätchen“
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Kate3(CIS-intern) Von Horst Schinzel – Das jazzige Musical „Kiss me Kate“ des amerikanischen Komponisten Cole Porter (1891 – 1964) aus dem Jahre 1948 hat in seinem Original doch schon arg Staub angesetzt. Das Kieler Opernhaus bringt daher in einer Einstudierung der freien Regisseurin Ricarda Regina Ludigkeit eine neu instrumentierte und auch textlich neue Fassung. Und stieß damit an diesem Sonnabend auf ein begeistertes Premierenpublikum. Selten hat man auf der Bühne am Kleinen Kiel so viel großartige Bewegung und so herrliche Massenszenen (Choreinstudierung Lam Tran Dinh) gesehen wie an diesem Abend.

Wobei das eigentliche Problem dieser Inszenierung zu einem großen Plus geworden ist. Denn die beiden Hauptdarsteller Heike Wittlieb als Lilli Vanessi und Jörg Sabrowski als Fred Graham sind von Natur aus großartige Opernsänger. Als Musicaldarsteller fehlt ihnen eigentlich die in diesem Genre erforderliche Leichtigkeit. Die ersetzen sie mit ihrer Erfahrung und der Eleganz ihrer Darstellung. So werden aus den schnippischen ehemaligen Eheleuten Künstler in bezaubernder Normalität.

Aber auch die übrigen Rollen sind in dieser Neufassung – das Stück wurde in Kiel bereits dreimal gegeben – herausragend besetzt. Fred Hoffmann und Michael Müller sind herrlich schräge Ganoven. Marek Wojciechowski beeindruckt als General Harrison Howell. Jasmin Bilek, Björn Klein, Sascha Stead und Peter Neustifter gefallen als Lois Lane, Bill Calhoun, Gremio und Hortensio. Sie alle können spielen, singen und tanzen. Und dies in den bunten Kostümen von Walter Schütze.

Die Kieler Philharmoniker unter Leitung von Michael Nündel beeindrucken als groß besetzte Big Band. Nündel hält das Ganze mit großem Einsatz und fast immer mitsingend zusammen.

Das Premierenpublikum ist von dieser bunten Show über die Hintergründe des Theaterlebens und nachvollziehbare Beziehungskrisen begeistert und feiert jubelnd alle Beteiligten.

Weitere Aufführungen
14. und 28. November, 20 Uhr

Fotos Olaf Struck

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